You are currently viewing Sollten Hochsensible Antidepressiva nehmen? Wie gelingt sicheres Absetzen ohne Absetzsymptome?

Sollten Hochsensible Antidepressiva nehmen? Wie gelingt sicheres Absetzen ohne Absetzsymptome?

Hochsensibilität (Sensory Processing Sensitivity) ist keine Krankheit oder Diagnose, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Dennoch zeigt die Forschung, dass hochsensible Menschen (HSP) aufgrund ihres sensiblen Nervensystems anfälliger für bestimmte psychische Belastungen sind.
Häufige psychische Erkrankungen bei hochsensiblen Menschen sind:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Burnout und Erschöpfung

Oft führt der erste Weg zum Arzt, und schnell liegt ein Rezept für ein Antidepressivum auf dem Tisch. Als HSP fängst du jetzt wahrscheinlich an zu grübeln: Brauche ich das wirklich? Was macht das mit meinem feinen Gespür?

Können Antidepressiva hochsensiblen Menschen helfen?

Entgegen der gängigen Praxis, immer ein Antidepressivum zu verschreiben, zeigt die Forschung: Antidepressiva werden nur bei schweren Depressionen und Angststörungen empfohlen, da sie hier sehr gut wirken. Bei leichten und mittelgradigen Depressionen wirken Antidepressiva nicht sehr viel besser als ein Placebo. Da das Nervensystem von uns HSP wesentlich feinfühliger auf Substanzen reagiert, sind Antidepressiva für viele Hochsensible eine große Herausforderung. Sie berichten häufig von starken Nebenwirkungen bei bereits geringen Dosen. Vielleicht fragst auch du dich: Ist die Einnahme von Psychopharmaka hier nicht unangemessen? Schaden mir die Medikamente nicht mehr als sie mir helfen? Hör auf dein Bauchgefühl: Wenn du dich mit dem Gedanken an ein Antidepressivum unwohl fühlst, gibt es sanfte Alternativen, die deinem Wesen näher sind.

Welche natürlichen Alternativen gibt es zu Antidepressiva?

Wir hochsensiblen Menschen sind meist sehr naturverbunden, ,,alternativ“ unterwegs und suchen nach sanfter Unterstützung. Einige Möglichkeiten, die du einmal ausprobieren kannst:

  • Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
    – Johanniskraut
    – Melisse
    – Rosenwurz
    – Baldrian
  • Mikronährstoffe
    – Magnesium
    – Omega -3-Fettsäuren
    – B-Vitamine (besonders B6, B12, Folsäure)
    – Vitamin D3
  • Aminosäuren
    – L-Tryptophan oder 5-HTP (Vorstufen von Serotonin und Melatonin, für viele sehr wirksam!)

 

Was sollten hochsensible Menschen beim Absetzen von Antidepressiva beachten?

Das Absetzen von Antidepressiva ist für uns Hochsensible oft eine besondere Herausforderung, da unser Nervensystem noch intensiver auf chemische Veränderungen im Gehirn reagiert. So kann es sein, dass Feinfühlige starke Absetzsymptome entwickeln, obwohl sie das Medikament wie vom Arzt empfohlenen innerhalb von 1- 3 Monaten langsam ausschleichen.
Absetzsymptome können sein:

  • Schwindel
  • Übelkeit
  • innere Unruhe
  • Angst
  • Schlafstörungen
  • Brain Zaps (Das Gefühl von Stromschlägen im Kopf)
  • Kopfschmerzen
  • grippeähnliche Symptome
  • körperliches Unwohlsein
  • gedrückte Stimmung
  • Konzentrationsprobleme

    Viele haben das Gefühl, ihre Depression oder Angst ,,kommt zurück“ – dabei sind es wahrscheinlich die Absetzsymptome. Absetzsymptome können auch noch nach Monaten oder sogar Jahren spürbar sein (je nach dem, wie lange das Antidepressivum eingenommen wurde).

Es ist enorm wichtig, dass du dein Antidepressivum gaaaaaaanz langsam absetzt (fraktioniert) – über Monate oder sogar Jahre hinweg, sodass dein sensibles Nervensystem genügend Zeit hat, sich an die chemischen Veränderungen im Gehirn anzupassen. Reduziere deine Dosis erst einmal um 10%. Wenn es dir über längere Zeit damit gut geht, kannst du wieder um 10% reduzieren usw. Gib dir und deinem Körper die Zeit, die er braucht. Wenn du deine Tablette nicht teilen kannst, gibt es die Möglichkeit von Flüssigpräparaten für eine genauere Dosierung.



Was bei Depressionen und Ängsten außerdem sehr gut hilft

Ängste und Depressionen sind mehr als ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn. Bei HSP sind Ängste und Depressionen oft eine Reaktion auf eine chronische Überlastung des Systems. Wenn ein hochsensibles Nervensystem über Jahre hinweg versucht, in einer Welt zu funktionieren, die zu laut, zu schnell und zu unruhig ist, zieht die Seele irgendwann die Notbremse.

Genau deshalb ist Psychotherapie – wenn sie die Hochsensibilität berücksichtigt – so wirksam. Es geht nicht darum, die Empfindsamkeit „wegzutherapieren“, sondern einen guten Umgang mit ihr zu lernen. Gerne begleite ich dich dabei:

  • hinter die Fassade alter Glaubenssätze zu schauen
  • die Funktionsweise deines sensiblen Nervensystems kennen zu lernen und es wieder in Balance zu bringen
  • dich mit deiner Feinfühligkeit anzunehmen und schätzen zu lernen
  • kleine Regulations-Übungen in deinen Alltag zu integrieren
  • in einen liebevollen Kontakt mit dir selbst zu finden
  • innere Ruhe zu finden
  • dein Selbstvertrauen zu stärken
  • uvm.

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Wenn du spürst, dass es an der Zeit ist, deine Hochsensibilität nicht mehr als Last, sondern als deine ganz eigene, kostbare Natur zu begreifen, bin ich gerne an deiner Seite. Ich lade dich ein, in einer Atmosphäre von tiefer Wertschätzung und Ruhe bei mir anzukommen.

Lass uns gemeinsam schauen, wie wir deinen Alltag so gestalten können, dass deine feinen Antennen wieder zu deiner Stärke werden.

Ich freue mich darauf, dich und deine Geschichte kennenzulernen.

Alles Liebe,

 

Michaela Rödl
(Soz.päd., HP Psych)
Coaching und Psychotherapie (HeilprG) für hochsensible Menschen in Burgthann bei Nürnberg und Online
www.lebensraum-du-darfst-sein.de

Autorin von: ,,Du darfst hochsensibel sein – das Praxisbuch zur Hochsensibilität“
zum Buch

Schau dir gerne meine Videos über Hochsensibilität und psychische Gesundheit auf youtube an zu meinem Kanal

Schreibe einen Kommentar