Hochsensibilität | Blog

 

 
Jaja, die Erschöpfung – davon kann wohl jeder Hochsensible ein Lied singen.

Es ist einfach so, dass HSM viel schneller als andere Menschen überreizt und erschöpft sind. Sie nehmen ja auch viel mehr Reize auf und benötigen mehr Zeit, sie zu verarbeiten.

Die meisten leiden darunter. Würden gerne mehr leisten können, nicht so schnell müde werden, nicht so viele Pausen benötigen. Einfach mit den anderen mithalten können. Mich selbst fordert das auch immer wieder heraus.

Die Frage ist, wie wir damit umgehen.

Kämpfen wir gegen unsere Belastungsgrenzen an? Wollen wir sie nicht wahrhaben? Übergehen wir sie immer wieder, in der Hoffnung, dass sie sich dadurch in Luft auflösen? Verurteilen wir uns dafür, dass wir so ,,schwach” sind?
Dadurch verschlimmern wir unsere Situation nur noch mehr. Wir kämpfen gegen uns selbst. Das hilft uns in keinster Weise.

Es ist an der Zeit, Frieden zu schließen mit deinen Grenzen. Du bist so beschaffen – mit deinen individuellen Begrenzungen. Akzeptiere sie. Erkenne sie an und kümmere dich gut um sie.

PS: Darüber, ob HSM nicht so belastbar sind, ließe sich streiten, wenn man bedenkt, dass sie in kürzerer Zeit mehr ,,leisten” als andere Menschen.

Ich fand Affirmationen immer ziemlich doof und nervig. Man soll sich immer wieder stur etwas einreden, was man doch eh nie erreichen kann: glücklich, reich, erfolgreich werden.
Kennst du das? 😂

Mittlerweile finde ich Affirmationen echt gut – wenn man sie richtig einsetzt!

➡️ Affirmationen sollten positiv formuliert werden (anstatt ,,ich habe keine Angst mehr” ,,ich vertraue”)
➡️ Affirmationen sollten für dich glaubwürdig und stimmig sein (wenn du dich hässlich findest, dann versuche nicht, dir einzureden, dass du ja wunderhübsch bist)
➡️ Affirmationen sollten dich herausfordern, aber nicht überfordern. Gehe kleine Schritte.

Beispiele:
🌱 ich schätze meine Empfindsamkeit jeden Tag ein bisschen mehr
🌱 ich darf mich entspannen
🌱 ich spreche liebevoll mit mir

Im Foto siehst du meinen Affirmations-stein. Der steht in meinem Badezimmer und erinnert mich immer wieder daran, achtsam mit mir selbst zu sein.

Was du noch beachten solltest und wie du Affirmationen anwenden kannst, erfährst du in meinem Youtube-video     🎬https://youtu.be/RLexC_-getU

Hast du auch so ein (imaginäres) Schild umhängen, auf dem steht:

⚠️ ACHTUNG! HOCHSENSIBEL! ⚠️ ?

❕ Fass mich mit Samthandschuhen an!
❕ Nimm Rücksicht auf mich!
❕ Ich schaff nicht so viel!

Versteh mich nicht falsch: ich bin der allergrößte Fan von Selbstfürsorge, Kommunizieren der eigenen Grenzen und Pausen!
Aber all das sollte auf gesunde Art und Weise passieren.
Sonst kann die Hochsensibilität leicht als Ausrede missbraucht werden.

Vielleicht ist es bei dir nicht so drastisch, aber gehe mal in dich:

❔ In welchen Situationen hemmst du dich selbst durch übertriebene Vorsicht?

➡️ Gehst du vielleicht nicht zum Grillfest aus Angst vor Überstimulation?
➡️ Beraubst du dich großer Lebenschancen, weil du schon von vorn herein zu wissen glaubst, dass du das eh nicht schaffst?

Mit all unseren Möglichkeiten und Grenzen sollten wir verantwortungsbewusst umgehen. Dazu gehört einfach das Ausprobieren und Sich-verletzlich-machen.
Natürlich ist es selbstfürsorglich, die Freundin zu fragen, ob sie nicht das Radio ausschalten kann, sodass wir uns voll und ganz auf das Gespräch mit ihr konzentrieren können. Gleichzeitig dürfen wir in einer anderen Situation an unsere Grenze gehen und uns etwas zumuten.

Was sagt die Wissenschaft zum Thema Hochsensibilität ?
Hochsensibilität im Feuer der Wissenschaft

Es gab früher bereits wissenschaftliche Forschungen, die in die Richtung Hochsensibilität gingen [Z.B. hat Pawlow Anfang des 20. Jh.s herausgefunden, dass ca. 15-20% der Menschen viel stärker und schneller auf Reize reagieren als die übrigen].
Aber erst in den 1990er Jahren kam es durch die amerikanische Psychologin Elaine Aron zu spezifischen Forschungen, weswegen sie als Pionierin der Hochsensibilität gilt.
Aron hat sehr viele wissenschaftliche Forschungen betrieben – durch  Befragungen, Experimente, klinische Studien, MRT-Studien…
Ergebnisse davon sind z.B., dass hochsensible Menschen andere genetische Merkmale haben (z.B. andere Serotonin- und Dopaminallele) oder eine andere Hirnaktivität haben.

Natürlich wurde und wird auch von anderen Personen wissenschaftlich weiter geforscht. Nur leider werden diese kaum bis gar nicht subventioniert. Ich vermute, das liegt daran, dass Hochsensibilität keine Krankheit ist und somit auch kein Geld damit verdient werden kann.
Dabei wäre es so wichtig, die junge Forschung weiter voran zu bringen.

 

Hochsensible Menschen nehmen Reize/Eindrücke intensiver wahr als andere Menschen.

Das hochsensible Gehirn filtert nicht so stark, sodass viel mehr Informationen verarbeitet werden müssen. Man kann sich das auch wie einen eingebauten Verstärker vorstellen.
Wenn ein normal sensibler Mensch in 1 Sekunde 10 Informationen wahrnimmt, kommen in einem hochsensiblen Gehirn vielleicht 100 Informationen pro Sekunde an. Da ist es nicht verwunderlich, dass schnell alles zu viel wird. Es kommt zur Reizüberflutung. Überwältigtsein. Hilflosigkeit. Rückzugsbedürfnis. Gereiztheit…

Beim Einkaufen wird das besonders spürbar: helles Supermarktlicht, Musik aus dem Lautsprecher, ein Mix aus 1000 Gerüchen, der Überfluss an verschiedenen Produkten, Werbeplakate, drängelnde Menschen, ein schreiendes Kind, Schwitzen, und dann noch die ethischen Fragen (Bio, Fairtrade, regional, Marke,…), soziale Geschehnisse (die Stimmungen, der zerlumpte Mann vor einem an der Kasse, Konflikte zwischen anderen Kunden) usw usw…

Überlege, in welche Situationen du dich besonders schnell reizüberflutet fühlst. Was kannst du tun, um gut für dich zu sorgen?

 

 

Hochsensible Menschen sind wie Seismographen für unsere Welt.
Ein Seismograph ist ein Gerät, das Bodenerschütterungen (z.B. Erdbeben) misst. Heftige Erdbeben sind sehr leicht sogar von Menschen wahrzunehmen. Aber die kleinsten Bewegungen können nur von sehr feinen Seismographen registriert werden.

Das erinnert mich sehr an uns hochsensible Menschen. Wir nehmen die kleinsten ,,Erschütterungen” wahr, die von anderen überhaupt nicht bemerkt werden. Das ist gut und wichtig, denn wir können darauf aufmerksam machen. Die Voraussetzungen ist natürlich, dass wir von anderen gehört und ernst genommen werden.

Welche Erschütterungen kannst du seismographisch spüren?
Vielleicht sind es die Stimmungen anderer Menschen, Spannungen, eine leise Krankheitsvorahnung oder die Intuition, dass gerade etwas nicht stimmt?

Für hochsensible Menschen ist das Leid der Welt nur schwer zu ertragen.
Sie sind sehr empathisch, fühlen mit allem und allen mit. Wenn Menschen hungern, Tiere gequält werden oder Pflanzen aussterben, leiden sie stark mit.
Oft kann der Schmerz der anderen so intensiv gefühlt werden, als wäre es der eigene.
Hinzu kommt ein hoher Gerechtigkeitssinn. Wie kann es sein, dass Menschen/ Tiere/ die Natur für unseren Wohlstand ausgebeutet werden?

Für viele hochsensible Menschen ist all das schier unerträglich. Sie leiden am Leid der Welt.

Ich kenne das natürlich auch.
Vor einigen Jahren habe ich mich z.B. intensivst mit dem Tierwohl insbes. der ,,Fleischindustrie” beschäftigt und bin darüber fast verzweifelt.
Ich habe geweint und geschrien über diese Zustände, über so viel Leid und Quälerei… und tue es immer noch.

Auch wenn es sich natürlich nicht gut anfühlt, so ist es doch eine Gabe und eine Aufgabe, all das so tief zu fühlen.
Hochsensible Menschen schauen eben nicht weg, sind nicht innerlich abgestumpft oder kalt über so viel Elend.
Sie werden bewegt vom Leid der anderen und können so auch in Bewegung kommen, etwas zu tun.
Viele Hochsensible engagieren sich im Umweltschutz, Tierschutz oder in sozialen Projekten.
Dabei ist es allerdings auch sehr wichtig, das richtige Maß zu finden.
Wenn ich mir einen Schreckensfilm nach dem anderen anschaue und mich die Bilder bin in meine Träume verfolgen, ist keinem geholfen.
Wenn ich in blindem Aktionismus die ganze Welt retten möchte, helfe ich zum Schluss keinem und bin selbst ausgebrannt.

Weiterführend gibt es zu dem Thema ein Video auf meinem Youtube-Kanal. Schau gerne vorbei.

Die meisten hochsensiblen Menschen sind sehr kreativ. Viele haben kreative oder künstlerische Berufe und Hobbies. Das können z.B. sein: Malen, Zeichnen, Musizieren/Komponieren, Fotografieren, Schreiben, Schauspielern.
Dies wird durch ihre Phantasie, ihr reiches Innenleben, tiefes Fühlen und Denken unterstützt. Über Kreativität kann man sich ausdrücken, Dinge verarbeiten und einfach Freude haben.

Im Kreativ-sein sind wir mit uns selbst und dem gegenwärtigen Moment verbunden.

Sind hochsensible Menschen zum Scheitern verurteilt ?

HSM gelten als zu empfindlich, nicht belastbar und stressanfällig. Da ist was Wahres dran. Hochsensible sind tatsächlich anfälliger für Stresserkrankungen (vor allem Angst, Depression, Neurodermitis, Asthma, Reizdarm, Migräne).

ABER: das heißt nicht automatisch, dass du als HSM zum Scheitern verurteilt bist.

➡️ Es sind immer mehrere Faktoren, die zur Entwicklung einer Erkrankung beitragen. Die intensive Reizaufnahme ist einer. Auch unsere leistungsorientierte, schnelllebige und reizüberflutende Gesellschaft stellt einfach keine optimale Lebenswelt für empfindsame Menschen dar. Das sind Risikofaktoren. Ganz klar.

➡️ Aber: Jeder Charaktertyp hat seine Schwächen und wunden Punkte. Ein Choleriker neigt z.B. zu hohem Blutdruck und ist anfälliger für einen Herzinfarkt.

➡️➡️ Deswegen: sei dir deiner wunden Punkte bewusst und kümmere dich gut darum. Beschäftige dich mit deiner Vergangenheit, mit deinen Mustern und Glaubenssätzen. Achte auf dein Stresslevel und baue Entspannungstechniken in deinen Alltag ein. Sei dir deiner Stärken und Ressourcen bewusst und nutze sie.

Wenn du deine empfindlichen Stellen kennst, achtsam damit umgehst und dir dein Leben so einrichtest, dass du deine Stärken und Fähigkeiten leben kannst, kannst du hochsensibel glücklich sein.

Wenn wir uns mit Hochsensibilität beschäftigen, dürfen wir unseren gesellschaftlichen Kontext nicht vergessen. In jeder Kultur werden bestimmte Persönlichkeitsmerkmale als ideal angesehen, während andere eher abgelehnt werden. Für uns in Deutschland würde das bedeuten, dass z.B. Fleiß oder Selbstbehauptung schon bei Kindern unterstützt wird, während Zurückhaltung eher nicht gewollt ist. Diese Wertung spiegelt sich auch stark in den Medien wider.

In einer Studie wurden chinesische und kanadischen Schulkinder verglichen, um festzustellen, aufgrund welcher Wesensmerkmale die Kinder am beliebtesten waren. In China waren die Kinder am beliebtesten, die als ,,schüchtern”, ,,verständnisvoll ” und ,,ruhig” galten. In Kanada gehörten schüchterne und sensible Kinder zu den unbeliebtesten.

Das heißt: Hochsensibilität wird je nach Kultur mehr oder weniger geschätzt.
In unserer westlichen Kultur ist Schnelligkeit, Performance und Leistung gefragt. Hochsensible Menschen mit Tiefgang, Mitgefühl und Ehrlichkeit können hier meist nicht punkten.

Der ,,Fehler” sollte aber nicht bei den hochsensiblen Menschen gesucht werden, denn der stabile Anteil von 15-20% ist für jede Gesellschaft sehr wichtig. Ich möchte vielmehr unsere Kultur in Frage stellen, die immer einseitiger, lösungsorientierter und stressiger wird. Eine gesunde Gesellschaft sollte Platz für verschiedene Charaktertypen haben, wo die Fähigkeiten eines jeden geschätzt werden.

Jeder hat sicher schon einmal von der Unterscheidung zwischen introvertierten und extrovertierten Menschen gehört, aber was ist high sensation seeking?

Die meisten hochsensiblen Menschen gelten als introvertiert. Das heißt, sie können sich besser regenerieren, wenn sie allein sind – vielleicht in der Natur oder in Gesellschaft von wenigen, engen Freunden.
Extrovertierte schöpfen Kraft aus dem Zusammensein mit anderen. Sie mögen es gerne, mit vielen Menschen zu interagieren.

Zudem gibt es unter den HSM noch die ,,High sensation seeker”. Das sind die wenigen Menschen, die weder eindeutig intro- noch extrovertiert sind. Sie sind beides extrem: extrem introvertiert und zur gleichen Zeit extrem extrovertiert. Ihnen wird es schnell langweilig. Sie brauchen immer wieder neue ,,sensations”/Reize/Kicks und Herausforderungen, danach wieder viel Zeit zur Erholung. Elaine Aron schreibt, es fühlt sich für high sensation seeker so an, als würden sie mit einem Fuß auf dem Gaspedal, mit dem anderen auf der Bremse stehen.

Vertiefend dazu gibt`s  ein Video auf meinem Youtubekanal.

Wir hochsensiblen Menschen sind oft verunsichert darüber, wer wir eigentlich sind, wie wir sind, wie wir uns verhalten sollen. Wir lesen Bücher, besuchen Seminare und Kurse. Dabei lassen wir uns gerne beeindrucken von tollen Menschen, die scheinbar selbstbewusst sind und ihr Glück gefunden zu haben scheinen. Wir wollen werden wie sie. Wollen ihr Glücksrezept a la ,,Selbstbewusst in nur 5 Tagen” oder ,,Wie du dich durch diesen einfachen Trick für immer lieben kannst” wissen und umsetzen. Wir sind motiviert, wissbegierig und diszipliniert, genau diese 3 Tipps zum Glück umzusetzen…. um nach kurzer Zeit enttäuscht zu sein. Enttäuscht darüber, dass es bei uns nicht klappt. Warum funktioniert es bei mir nicht? Was ist falsch mit mit? – Und das Ganze beginnt wieder von vorn.

Kennst du das?

Wir sind alle einzigartig. Auch wenn es Gemeinsamkeiten gibt, auch wenn das Wissen über das Konzept der Hochsensibilität total hilfreich ist. So sind wir sehr unterschiedlich. Jeder hat seine individuelle Geschichte, die ihn geprägt hat. Jeder denkt, fühlt, handelt anders. So kann es nicht ,,diesen einen Weg” oder ,,deeen ultimativen Tipp” geben. Wir können und dürfen uns inspirieren lassen, voneinander lernen, aber lasst uns nie vergessen, dass jeder seinen ganz eigenen Weg geht. Lasst uns unsere Einzigartigkeit und die der anderen akzeptieren und respektieren. Lasst uns weniger außen Ausschau halten, sondern lasst uns nach innen gehen und auf unser Herz hören.

🐞 Das Potential, Schönes wahrzunehmen und sich intensiv daran zu erfreuen, liegt in hochsensiblen Menschen ganz besonders. Denn sie haben eine sehr feine Wahrnehmung und können Freude und Dankbarkeit tief fühlen.

🐞 Da kann ein vorbeifliegender Schmetterling oder ein liebes Lächeln einer Verkäuferin den Tag total erhellen. Oft klingen diese ,,Kleinigkeiten” dann noch lange nach.

🐞 Ist das nicht toll am Hochsensibel-sein?

🐞 Du kannst diese Fähigkeit noch weiter trainieren. Richte deine Aufmerksamkeit bewusst auf diese kleinen Dinge im Alltag. Nimm sie wahr und genieße sie. Unterstützend dazu kannst du ein Glückstagebuch führen.

🐞 Hast du heute auch schon so eine schöne ,,Kleinigkeit” erlebt?

😎 [Es gibt Studien, die zeigen, dass die dafür zuständigen Gehirnareale bei Hochsensiblen stärker auf ,,Positives” reagieren als das bei anderen Menschen der Fall ist.]

Hochsensible Menschen nehmen Gerüche intensiver wahr als andere Menschen. Das kann sehr unangenehm sein, das Wohlbefinden einschränken bis hin zu starkem Unwohlsein. Z.B. das Parfum einer anderen Person, der ganz normale Eigengeruch einer Person, Plastik, abgestandene Luft in Räumen, der minimalste Schweißgeruch, Weichspüler.

Wie immer können aber bestimmte Düfte auch als sehr angenehm empfunden werden – vor allem sanfte, dezente und natürliche. Z.B. der Duft einer Rose, frisch gebackener Kuchen, Lavendel, die Luft nach dem Regen, frisch gemähtes Gras, Waldgeruch.

Hochsensible Menschen riechen zudem viel schneller, wenn ein Lebensmittel nicht mehr gut ist oder wenn mal wieder gelüftet werden sollte. Ihre Nase sagt ihnen, dass dieses Kinderspielzeug giftige Materialien enthält. So kommt ihnen ihr ureigenes Warnsystem zugute.

Die Nase ist das einzige Sinnesorgan, das seine Impulse direkt an’s Gehirn weiterleitet. Dort kommen sie beim Sitz der Emotionen (limbisches System) an. D.h. ein Geruch wird sofort mit einem Gefühl verbunden.
Das können sich hochsensible Menschen zu Nutze machen. Durch den Einsatz von z.B. ätherischen Ölen können sie ihre Stimmung und ihr Wohlbefinden positiv beeinflussen.

Ich habe mich schon immer anders gefühlt…

Wenn du hochsensibel bist, dann kennst du das bestimmt. Viele berichten, dass sie sich schon als Kind anders gefühlt haben – später dann seltam oder gar krank.
Was ist nur mit mir los?

Dieses Anderssein ist meist kein schönes Gefühl, denn es geht mit Nicht-verstandenwerden, Nicht-gesehenwerden, Nicht-ernstgenommenwerden einher. Diese Gefühle ziehen sich dann oft durchs ganze Leben hochsensibler Menschen.
Von der Hochsensibilität zu erfahren, wird meist als totale Erleichterung erlebt.

Meiner Erfahrung nach bleibt dieses Empfinden des Anderssein ein Stück weit bestehen. Du gehörst zu einer Minderheit von 15-20 % der Menschen, die einfach anders wahrnehmen.
Gleichzeitig darfst du lernen, dich mit deiner Hochsensibilität anzunehmen. Wenn du diesen Wesenszug schätzen lernst, wird der Schmerz des Anderssein kleiner. Austausch mit anderen hochsensiblen Menschen ist zudem sehr wohltuend.

Vertiefend dazu findest du ein Video auf meinem Youtube-kanal 😊

Die Haut ist unser größtes Organ. Hier werden wir berührt oder berühren. Hochsensible Menschen nehmen diese taktilen Reize intensiver wahr als andere Menschen.

Berührungen, die schnell unangenehm werden, können z.B. sein:
🙄 Kleidung aus kratzigen Stoffen, mit eingenähten Labels oder Waschanleitungen, Kleidung aus synthetischen Stoffen
🙄 Schals, Rollkragen, Krawatten, Schmuck, Kopfbedeckungen fühlen sich oft einengend an
🙄 bestimmte Materialen können nicht angefasst werden und / oder rufen Ekel hervor (z.B. Watte, Leder)
🙄 wenn ihnen jemand zu nahe kommt, fühlen sie sich körperlich beeinträchtigt
🙄 erhöhtes Schmerzempfinden
🙄 Hitze- /Kälteempfindlichkeit
🙄 Probleme beim Schlucken größerer Dinge (z.B. Tabletten)
🙄 kleinste Falten in der Kleidung oder im Bettlaken sorgen für Schlaflosigkeit

Gleichzeitig können HSM viele Berührungen viel intensiver genießen, z.B.
😊 das Streicheln eines Tiers
😊 Barfußlaufen
😊 leichter Wind im Gesicht
😊 eine Massage
😊 Intimität und Sexualität
😊 sie können sich in Kleidung aus angenehmen Stoffen sehr wohl und geborgen fühlen
😊 das Berühren bestimmter Materialien z.B. Sand, Moos, Baumrinde, Steine
😊 eine warme Badewanne

Wichtig ist, diese Dinge von sich selbst zu wissen. Du darfst anerkennen, dass es bei dir so ist und du darfst gut für dich sorgen – du kannst dir jeden Tag einige Berührungen, von denen zu weißt, dass sie dir gut tun, gönnen (z.B. bewusst Moos berühren).

Hochsensibilität als Persönlichkeitsmerkmal ist mit stabilen 15-20% in der Bevölkerung vertreten – unabhängig von Geschlecht oder Kultur. Evolutionsbiologisch gesehen muss diese Eigenschaft schon immer wichtig gewesen sein, denn sie ist nicht ,,ausgestorben”.


Ich finde es total interessant, dass auch bei über 100 Tierarten der gleiche Prozentsatz von 15-20% festgestellt wurde.

Die empfindsamen Tiere profitieren durchaus von ihrer Sensibilität. Bei bestimmten Fischen wurde z.B. gesehen, dass die hochsensiblen im Gegensatz zu ihren ,,taffen” Artgenossen nicht in die aufgestellten Fallen gingen.

Hochsensible Tiere können aber auch für die gesamte Gruppe eine wichtige Funktion haben. Z.B. wittern sie besonders gut Gefahren und können so die anderen Tiere der Herde warnen.

Auch bei uns Menschen glaube ich, dass die hochsensiblen eine wichtige Funktion für andere und die ganze Gesellschaft haben. Hochsensible sind sehr umsichtig, sozial, kümmern sich, treten für Gerechtigkeit ein. Sie sind oft Künstler, Forscher, Berater, im sozialen oder Gesundheitsbereich tätig. Sie spüren sehr schnell, wenn etwas nicht stimmt. Viele sehen gesellschaftliche Veränderungen vor anderen. Auch können hochsensible Menschen einen Gegenpol zu unserer immer schnelllebigeren, leistungsorientierten Ellenbogengesellschaft darstellen.

Es gäbe noch viele andere Dinge zu nennen. Wir sehen, es hat einen Sinn, dass 15-20% der Menschen hochsensibel sind.